Verfälschte Hadithe der Neuzeit – Ibn Sharib und Abu Halladj



Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen!

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Um dem Image des geliebten Propheten Muhammad () zu schaden, wenden die Islamfeinde viele Tricks an. Darunter verstehen wir, dass zum Beispiel religiöse Schriften aus dem Kontext (sowohl textuell als auch geschichtlich) gezogen werden, Texte auf verschiedene Art und Weise zusammen geschnipselt werden oder gar erfunden werden. Erfunden? Was? Ihr glaubt mir nicht? In diesem Artikel werdet ihr es erleben!

Es ist ja bekannt, dass uns Muslimen immer wieder vorgeworfen wird, Lügen zu erfinden. Nun werde ich natürlich den Spieß umdrehen und euch BEWEISEN, dass die Islamfeinde mit Absicht lügen, um unseren Image schlecht zu machen.

Nicht nur nach dem Propheten Muhammad (), sondern auch heutzutage werden Hadithe geschrieben. Und die, die heute geschrieben werden, sind zweifelsfrei verfälschte und erfundene: Im Internet kursieren zwei Hadithe, die immer auf diese Art und Weise (der komplette Text ist immer gleich, samt „Quellenangabe“) zitiert werden…

(1) Der erste verfälschte „Hadith“

„Ibn Sharib erzählt, Ib Abdul Talib habe gesagt: „Immer wenn seine Frauen sich in ihrer monatliche Reinigung (d.h. Menstruation) befanden, sah ich den Gesandten Allahs (sws) des öfteren in der Nähe seiner Kamelherde. Dort pflegte er liebevollen Umgang mit den weiblichen Tieren, wandte sich aber mitunter auch den Jungtieren beiderlei Geschlechts zu.“ (Sahih Al-Buchari Bd. 2, Nr. 357)"

(2) Der zweite verfälschte „Hadith“

„Abu Halladj berichtete: Ich sah den Gesandten Allahs (sws) des öfteren nach Einbruch der Dunkelheit bei seiner Viehherde weilen. Dort stand er eines Tages mit hochgezogener Djelabba auf einer Fußbank hinter seiner Lieblings-Kamelstute mit den sechzehn Zitzen, und beiden lag ein beseligtes Lächeln auf dem Gesicht, so als hätten sie das Antlitz Allah Ta’alas erblickt.“ (Sahih Al-Buchari, Bd. 1, Nr. 213)"

Analyse der beiden „Hadithe“

Was wollen die Islamhasser uns mit den beiden Hadithen vermitteln?

Die Motive sind ganz klar. Die Islamhasser wollen das Bild vermitteln, dass der Prophet Muhammad () angeblich Sodomist war und sich mit Tieren befriedigt hat. Angemerkt sei jedoch, dass die Hadithe dies nur indirekt wiedergeben. Die Islamhasser haben versucht, nicht die Hadithe so zu erfinden, dass explizit drin steht, dass der Prophet Muhammad () angeblich Sex mit Tieren hatte, jedoch ist diese Botschaft offensichtlich. Bei (1), wo es heißt, der Prophet () würde „(…) liebevollen Umgang mit den weiblichen Tieren (…)“ pflegen, während „(…) seine Frauen sich in ihrer monatliche Reinigung (d.h. Menstruation) befanden (…)“, d.h. er mit ihnen nicht sexuell verkehren konnte. Bei (2) erkennen wir die Offensichtlichkeit bei der „hochgezogene[n] Djelabba“ des Propheten Muhammad (), als er sich hinter seiner „Lieblings-Kamelstute“ befand.

Wie dumm waren angeblich die Hadith-Überlieferer und Berichterstatter?

An die Leser dieses Artikels: Bitte lest euch die beiden oben zitierten Fake-Hadithe nochmal durch und stellt euch eine Frage: Wie dumm müssen die Berichterstatter oder gar „Augenzeugen“ gewesen sein, um nicht zu merken, dass der Prophet Muhammad () hier Befriedigung mit Tieren betreibt, während zum Beispiel auch ausdrücklich am Anfang erwähnt wird, dass er zu ihnen ging, als seine Frauen nicht fähig waren (Menstruation), mit ihm geschlechtlich zu verkehren? Na kommt schon! 

Alle Leser merken die „Perversität, die der Prophet mit den Tieren betreibt“, aber komischerweise nicht die Berichterstatter, Zeugen und Araber von damals? Nochmal: Für wie dumm wollt ihr uns eigentlich verkaufen?

Hadith (1) ist verfälscht, weil…

Dieser Hadith ist verfälscht, da kein Erzähler namens Ibn Sharib in Sahih al-Bucharyy existiert. Außerdem existiert auch kein Ib Abdul Talib. Wer mir nicht glaubt, kann ruhig auf www.searchtruth.com gehen und dort die Namen suchen lassen – er wird nichts finden.

Die Quelle besagt, dass wir diesen Hadith angeblich in Band 2 finden. Abgesehen davon, dass man diesen Hadith weder an besagter Stelle, noch in Band 2 findet, beinhaltet Band 2 Hadithe über das Gebet. Was hat also so ein Hadith dort verloren?

An dieser Stelle sehen wir, wie dumm der Erfinder dieser Hadithe ist. Er hätte sich doch wenigstens die Mühe machen können um nachzuschauen, was für Hadithe in Band 2 gesammelt werden? Er hätte eine glaubwürdigere Bandnummer wählen können. Außerdem ist es albern von ihm gewesen, Erzähler und Personennamen zu fälschen, die gar nicht existieren? Wieso gibt sich der islamfeindliche Erfinder hier sich nicht die Mühe, wenigstens Namen zu wählen, die schon existieren? Würde das die Sache nicht glaubhafter machen?

Die Antwort ist: Für unwissende Menschen nicht! Und die Mehrheit der Menschen ist unwissend! Der Hadith ist eher für Islamfeinde gedacht, um eine gewisse Motivation füreinander aufzubringen, damit man sich mehr gegen die Muslime hier in Deutschland mobilisiert und auch sie gegeneinander aufstachelt.

Aber um zu merken, dass dieser Hadith Schwachsinn ist, braucht man auch nicht viel Wissen! Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass alle Frauen des Propheten Muhammad () sich gleichzeitig in ihrer monatlichen Reinigung befanden?

Habt ihr jemals einen deutschen Hadith gelesen, welcher Preisungen bei der Erwähnung des Wortes „Allah“ in Klammern setzt? Hier wurde dies getan: „Allahs (sws)“ Und das witzige hierbei ist, dass „sws“ gar nicht für den Propheten Muhammad () existiert, sondern für Allah (u) verwendet wird.

Hadith (2) ist verfälscht, weil…

Es gibt keinen Überlieferer namens Abu Halladj. Wiederum könnt ihr es auf www.searchtruth.com überprüfen.

Auch hier wurde die Preisung „(sws)“ verwendet, was so gar nicht für den Propheten () existiert. 

Und wiederum: Was sucht dieser Hadith in Band 1? Hier geht es um den Beginn der Offenbarung.
Was in diesem Hadith auffällt, ist die hochgezogene Djellaba des Propheten Muhammad (). Das Wort Djellaba gibt es im Arabischen nicht und wird nicht für das Gewand des männlichen Geschlechts gebraucht. Nur bei den Gewändern der Frauen wird der Begriff Jilbab/Jalabib verwendet.

Zu guter Letzt sei noch erwähnt, dass kein ins Deutsche übersetzter Hadith-Phrasen wie „Allah Ta’ala“ beinhaltet.

Für mich ist der einzige Grund, ohne Recherche daran glauben zu können, dass so ein Hadith existiert, die jeweilige Quellenangabe. Denn sie sieht – für jemanden, der die Kapitel von den Sahih-Büchern nicht grob kennt – recherchiert aus. 

Wer hat diese Hadithe erfunden?

Das ist hier die große Frage. Ehrlich gesagt: Ich weiß es nicht. Aber viele Internetseiten weisen hierauf auf PI-News.


Es wäre für mich auch kein Wunder, dass diese Internetseite diese Hadithe erfunden hat, da sie sowieso religiöse Schriften abkürzt und aus dem Kontext zieht und je nach Lust und Laune interpretiert.

Die englische Fassung eines der Hadithe wäre dann:

„Hadith Sahih Al-Buchari, Part 2, Number 357 shows:
Ibn Sharib recounts that Ib Abdul Talib is to have said: Always when his wives were at the time of their monthly purification (namely, menstruation), I often saw the messenger of Allah in the vicinity of his camel herd. There he administered loving intercourse with the female animals, but occasionally even turned to the younger animals of both sexes.”

Ich denke, dass die erfundenen Hadithe der Islamfeinde ihre eigenen Phantasien wiederspiegeln.


Kommentare:

  1. Die Fake Hadithe stammen aus den USA und Australien, von diesen Evangelikalen Gruppierungen die unteranderem auch den Youtube Kanal "Al Hayat Tv" finanzieren. Diese Fake Hadithe worden von den Islamhassern lediglich ins Deutsche übersetzt und dann auch hier verbreitet

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  2. Sehr schwach Sven,
    Du scheinst den Artikel ja sehr aufmerksam gelesen zu haben. Hier geht es darum, dass man eben keine steile Behauptung aufstellen sollte, ohne diese vorher zu prüfen.
    Da scheint es sehr sinnvoll zu sein, diesen Artikel mit einem ebenfalls sinn- und haltlosen Behauptung zu kommentieren.
    Sollte dies nicht stimmen, dann leg doch bitte deine Beweise vor

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  3. Hadithe wie dieser wurden in der Vergangenheit schon mehrfach von
    islamischen Geistlichen bestätigt, so unter anderem auch vom
    angesehenen iranischen Ayatollah Ruhollah Khomeini:

    „Ein Mann kann Geschlechtsverkehr mit Tieren wie Schafen, Kühen,
    Kamelen haben. Jedoch sollte er das Tier töten, nachdem er seinen
    Orgasmus hatte. Er sollte nicht das Fleisch an die Leute in seinem
    eigenen Dorf verkaufen; jedoch das Fleisch ins nächste Dorf zu
    verkaufen ist erlaubt.“ (Zitat aus Tahrirolvasyleh, von Ayatollah
    Ruhollah Khomeini; Band 4 Darol Elm, Ghom, Iran, 1990)

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    1. Siehe hierzu Punkte 11 und 12 unter http://www.khalidmusawwir.com/2017/09/wie-antwortet-man-scheinargumenten.html?m=1

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